Herren II

News

Torflaute

Herren II - SG Waldkirch/Denzlingen III 21:11

Ein Handballergebnis wie vor 20 Jahren stand am Ende der Heimpartie der SG FT 1844 / SV Kappel gegen die SG Waldkirch / Denzlingen auf der Anzeigetafel. 21:11!!!

Beide Mannschaften waren gut und vollzählig besetzt in der Burdahalle angetreten. Es hätte also ein durchweg modernes Handballspiel werden können. Die Spieler die zunächst auf der Bank Platz nehmen mussten, waren heiß auf Ihren Einsatz. Die Spieler auf dem Feld hätten den Gegner von Anfang an in Grund und Boden laufen können, aber dieser Vorteil, der den älteren und erfahrenen Gegnern eigentlich den Spaß rauben sollte wurde nicht genutzt.

Zunächst tasteten sich beide Mannschaften bis zum Spielstand von 4:4 verhalten ab und wurden dabei von Mathias Haller als Mittelmann mit Toren aus der zweiten Welle, Tempogegenstößen und einem unten angetäuschten und um die Ohren herumgezogenen Stemmwurf im Spiel gehalten. Nachdem dann klar wurde, dass aus dem Rückraum der Gegner keine allzu große Gefahr droht, wurde die Deckungsarbeit gesteigert und die Dreisamtiger konnten sich etwas absetzen. Da die Reservebank wie schon erwähnt gut besetzt war, kamen nun durchweg alle Spieler zu Ihrer Einsatzzeit. Das schnelle Spiel nach Vorne wollte sich aber dennoch nicht einstellen. Dafür wurde durch die Hereinnahme von Peter Hagemann und Martin Hurst, welche beide erst zehn Minuten vor Spielbeginn in der Halle sein konnten, der Spielaufbau konstruktiv verbessert. Die spielerischen Mittel im Spielaufbau wurden von Martin Hurst eingesetzt und führten teilweise zu guten Aktionen, die aber leider durch zu wenig Konsequenz im Abschluß keinen entscheidenden Torabstand erbrachten. Peter Hagemann fügte sich erst mal mit zwei schönen Rückraumschüssen ins Spiel ein und wurde logischerweise vom Gegner erst mal durch eine Manndeckung aus dem Spiel genommen. Glücklicherweise hatten die Tiger in Peter Basler für 20 Minuten einen sicheren Rückhalt im Tor, der dann auch noch durch Daniel Jaquemar in seinem ersten Einsatz getoppt wurde. Kalt reingekommen, gleich einen Siebenmeter gehalten und noch ein paar Schüsse abgefischt - wunderbar. Der Halbzeitstand von 9:6 geht zumindest auf der Nehmerseite voll auf die Kappe der Torleute.

Die Halbzeitansprache war ruhig, aber klar. Jeder Einzelne muß im Spielaufbau mehr für den Mitspieler tun und nicht nur darauf warten, dass für Ihn gespielt wird. Diese Vorgabe des Trainerteams Icke Stegen / Mathias Haller wurde in der zweiten Halbzeit zwar besser umgesetzt. Letztendlich ist hier aber noch volle Luft nach oben.

Schön angesetzte Spielzüge in den ersten zwanzig Minuten der zweiten Halbzeit führten dann zum Spielstand von 17:10. Erfreulich war hierbei, dass die Spieler Hurst / Hagemann / Henry Sander und Stefan Heß auf dem Spielfeld kurzerhand Änderungen der Spielzüge durch direkte Absprache vornahmen und dann auch noch gekonnt umsetzten. So kam Henry zu schön angesetzten Würfen mit Torerfolg, zweimal wurde Binh Pham auf Linksaußen sehr gut in Szene gesetzt, Floh Hermann netzte insgesamt dreimal technisch anspruchsvoll vom Kreis ein und nachdem Peter mit zwei Knallern aus dem Rückraum eine Vorentscheidung herbeigeführt hatte, war der Widerstand des Gegners gebrochen. So kamen in der zweiten Halbzeit dann auch wieder alle zum Einsatz. Benni Boog rauschte mit der zweiten Welle unaufhaltbar heran und bekam von der gut besetzten Tribüne den wohlverdienten Applaus und von der Trainerbank die Säge. Mehr davon bitte – der Mann verlangt mehr Einsatzzeit und wird Sie auch bekommen – der Konkurrenzkampf innerhalb der Mannschaft ist eröffnet. Yannick Richter nutzte seine Chance indem er auch aus der zweiten Welle mal zeigte, welche Steigerung er hinter sich gebracht hat. Georg Schillinger und Stefan Heß zeigten auf Rechtsaußen bzw. auf allen möglichen Positionen, warum Sie in der Startelf stehen. Auch Conny Hähnel und Tonio Ihling reiten sich nahtlos ins Spiel ein und dürfen im nächsten Spiel auf mehr Einsatzzeit hoffen. Allein das zeigt schon, dass augenblicklich jeder gerne spielen will und mit Spaß bei der Sache ist. Leider kann man das nicht in jedem Spiel gleich verteilen, aber über eine ganze Saison gesehen, wird sich das hoffentlich ausgleichen. Nicht unerwähnt soll hierbei bleiben, dass die schon zuvor beschriebenen Torwartleistungen in der zweiten Halbzeit ebenso weitergeführt wurden. Tadellos!

Am Ende stand dann ein Ergebnis von 21:11 auf der Anzeigetafel, eben ein Ergebnis wie vor zwanzig Jahren. Wenn zukünftig die Chancenausnutzung verbessert werden kann und die diesmal verschossenen drei Siebenmeter reingemacht werden, wird die Tafel auch mal wieder ein modernes Erscheinungsbild mit einer 3 Vorne zeigen.

Es spielten: Peter Basler, Daniel Jaquemar, Pham Kien-Binh (1), Martin Hurst, Florian Hermann (2), Georg Schillinger (1), Benjamin Book (1), Constantin Hänel, Tonio Ihling, Henri Sander (3), Yannick Richter (1), Matthias Haller (3), Peter Hagemann (6), Stefan Heß (3)

(Theisy)